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 Einlaufrechen

– An Kleinwasserkraftanlagen treten häufig (bei nicht geschlossener Eisdecke) im Winter Probleme mit den Einlaufrechen auf. In kalten Winternächten kann so genanntes „Grundeis“ oder „Sulzeis“ entstehen. Dieses Eis „klebt“ dann die Rechenstäbe zu und unterbricht den Zufluss zur Turbine. Die Turbine geht dann wegen Rückleistung vom Netz.

Eine einfache Möglichkeit dieses Problem zu lösen ist der Einbau eines Einlaufrechens mit der Stabfolge Rechteckstab – Rundstab.

Der Rundstab sollte an der Anströmseite bündig mit dem Rechteckstab sein. Diese Stabfolge ermöglicht eine erhebliche Querschnittsaufweitung nach dem Eintritt des Betriebswassers in den Rechen. Der Rundstab kann einfach mittig auf die Abstandshalterhülse geschweißt werden. Die Bohrungen müssen je nach Stabhöhe außermittig angeordnet werden, um am Eintrittsbereich eine gleiche Höhenanordnung zu erreichen (nur bei Rechen mit Distanzhülsen).Es empfiehlt sich auch den Rechen bei Neuanfertigungen in rostfreiem Stahl auszuführen, die Lebensdauer dieses Rechens ist damit fast unbegrenzt. Selbst verzinkte Rechen halten in sauerem Wasser kaum länger als 20 Jahre. (PH-Werte unter 6,5). Die Mehrinvestition macht sich auf lange Sicht auf jedem Fall bezahlt.


Bei einem Umbau des Einlaufrechens sollte man auch beachten, dass durch die
Stabfolge rund – rechteckig der Durchflussquerschnitt kleiner wird, durch den günstigeren Formbeiwert des Rundstabes wird dieser Nachteil aber zum Teil wieder kompensiert. In der Praxis wurde bei einem Stababstand von 20 mm, einer Stabdicke von 4 mm, Rundstab ø 12 mm und einer Anströmgeschwindigkeit von ca. 0,6 m/s,Stabneigung 50 °, Rechenverluste von ca. 1 – 2 cm gemessen.

Der Rundstab-Rechteckstab Rechen hat auch noch einen weiteren Vorteil, er „verklemmt“ sich nicht mehr mit Ästen und Treibgut. Gerade bei „Biberbächen“ kommt eine Unmenge an Ästen am Rechen an. Diese verkeilen sich dann häufig zwischen den Stäben und reduzieren so den Durchflussquerschnitt, der Rechenwiderstand steigt dann erheblich an (bei Rechenreinigungsanlagen zusätzlich der Einsatz von Zahnleisten möglich)

 

Vorteile 

– einfache kostengünstige Fertigung

– Ausführung in rostfreiem Material mit Standartprofilen (kostengünstig)

– kein Verlegen mit Sulzeis (zusätzlicher Eingriff mit Putzharke – Rechenreiniger sinnvoll)

– kein Verklemmen mit Treibgut

– Rechenwiderstand verändert sich nicht (kein Verklemmen mit Treibgut)

– geringerer Materialbedarf als bei Rechteckstabrechen

 

Nachteile 

– eventuell größere Rechenfläche erforderlich

– aus statischen Gründen sind höhere Rechteckstabprofile erforderlich

– mehr Äste und Treibgut gelangen durch den Rechen